Als gemeindepfarrer habe ich die freude sie herzlich in der hauptkirche von Janakkala willkommen zu heissen.

 

Unser Gotteshaus ist das jüngste der mittelalterlichen Steinkirchen der Provinz Häme und wurde im September 1520 eingeweiht. Als Baumeister der Kirche wird Åke Tott vermutet, der damals Burgherr der Burg Hämeenlinna war. In der Kirche sind noch drei Wappen der Familie Tott zu sehen.

Nach der Überlieferung wurde die erste Kirche schon nach dem Kreuzzug im 13. Jahrhundert an dieser Stelle gebaut. Die hölzerne Kirche stand wahrscheinlich vor dem heutigen Glockenturm.

Aber schon lange vor dem Bau der ersten Kirche war die Umgebung der Janakkala Kirche für die Menschen der Provinz Häme eine heilige Stätte und ein Versammlungsort. Südlich des Kirchenhügels breitet sich eine schöne und uralte Kulturlandschaft vor dem Betrachter aus. Hinter dem Räikäläfluss schimmert der Burgberg von Hakoinen, auf der sich eine Festung schon in heidnischen Zeiten befand.

Nicht weit vom Kirchenhügel, am Laurentiushügel, befindet sich die alte Laurentius-Quelle. Aus ihr sprudelt auch heute noch klares Wasser. Um diese Quelle herum gab es in heidnischer Zeit einen Opferhain, der dem Gott Taara gewidmet war. Auf Jahrmärkten, die am 10. August, am Messetag des Heiligen Laurentius gehalten wurden, übte man auch später noch lange Zeit Zauberei an dieser Quelle aus. Diese Märkte wurden Anfang des 18. Jahrhunderts von dem Domkapitel verboten.

Die Quelle hat ihren Namen nach dem mittelalterlichen Schutzpatrons von Janakkala, dem Heiligen Laurentius. Diesem Heiligen ist auch die Kirche von Janakkala geweiht. Eine Legende berichtet folgendes: Weil Erzdechant Laurentius auf Befehl des Bischofs alle Kostbarkeiten der Kirche verkaufte und das Geld an die Armen verteilte, wurde er auf einem Rost während der Verfolgung der Christen in Rom verbrannt.

Der Ruhm des Heiligen Laurentius, oder Lauri, wie die Finnen sagen, verbreitete sich mit dem Christentum. So wurden auch viele finnische Kirchen ihm geweiht. Im Falle eines Brandes, bei Brandwunden, Fieber, Hexenschuss, wie auch gegen die Qualen des Fegefeuers wurde St. Laurentius angerufen. Ausserdem war er der Heilige der Armen, der Bibliothekare, der Feuerwehrmänner, der Köche, der Bäcker, der Schueler und der Gastwirte.

Unter den Kunstgegenständen unserer Kirche sind viele Spuren der Vergangenheit bewahrt worden, z.B. einige mittelalterliche Heiligenfiguren. Rechts von dem Altar befindet sich eine Skulptur, aus einem Stück Eichenholz geschnitzt, die den Heiligen Laurentius darstellt. Dieses Werk ist gotländischen  Ursprungs aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts.

Rechts an der Chorwand hängt ein Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert, das im Jahre 2000 wiederhergestellt worden ist. Auch die Skulptur, die links von dem Altar steht und den Heiligen Olaf darstellt, stammt aus dem gleichen Jahrhundert. Aus diesem Zeitalter ist weiter die Skulptur Der Heilige Stefan im hinteren Teile der Kirche, links von der Tür. Das Werk wurde von dem Nationalmuseum in unsere Kirche im Jahre 1998 zurueckgebracht. Das Kruzifix sowie die drei Skulpturen: St. Laurentius, St.Olaf und St. Stefan  entstanden wahrscheinlich schon zur Zeit der frueheren Kirche.

Neben der Stefan-Skulptur steht ein Ständer fuer Missionskerzen „Der Lebensbaum“, der von der Schiffsschraubenfabrik Finnscrew geschenkt worden ist.

Im nördlichen Fluegel hat eine Skulptur, die Jakob den älteren ihren neuen Standort erhalten. Sie ist aus dem 16. Jahrhundert. Die anderen alten Plastiken unserer Kirche befinden sich jetzt in den Räumen des Nationalmuseums in Helsinki.

Die Kanzel der Kirche stammt aus aus den 60er Jahren des 17.Jahrhunderts. Aus emselben Jahrhundert sind auch die Adelswappen der Familien Uggla, Brunow, Stierncreutz und von Frank, Grabwappen alter Gutsherrenfamilien.

Die Kronleuchter sind Schenkungen. Der älteste, aus Bronze leuchtet in der Mitte der Kirche. Er stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Ursprünglich bestand die Kirche aus einem rechteckigen Langhaus. Das Innendach war aus Backstein gewölbt. Später wurden eine Sakristei auf der Nordseite und möglicherweise Waffenhäuser auf der West-und Südseite angebaut.

Die bedeutendste Veränderung in der baulichen Substanz der Kirche brachte der Bau einer vieleckigen Sakristei. Dieser fand in der Mitte des 19.Jahrhunderts statt. In jener Zeit wurde die Kirche nach den Plänen der Architekten Engel und Lohrman  in eine Kirche mit kreuzförmigem Grundriss im Empirestil umgewandelt.

Das Altarbild „Jesus am Kreuz“ hat der Maler B. A. Godenhjelm im Jahre 1851 geschaffen.

Etwa um 1900 wurde die Kirche im Jugendstil nach dem Plan des Architekten Armas Lindgren verändert.

Danach 1933 erhielt sie ihren früheren Stil zurück. Diese Veränderungen wurden von dem Professor Carolus Lindberg geplant. Schon ein Jahr später zerstörte ein Feuer dennoch die Orgel und die Inneneinrichtung, so dass eine neue Reparatur nötig wurde.

Die Sakristei wurde im Jahre 1982 gründlich renoviert.

In den Jahren 1992-1993 wurde eine gründliche Renovierung nach dem Plan des Architekten Erkki Pitkäranta durchgeführt. Die Chorabteilung wurde heutigen Beduerfnissen entsprechend eingerichtet. U.a. wurde der Altartisch frei von der Wand gestellt. Bei dem Abendmahl kann der Geistliche jetzt hinter dem Altartisch stehen und zu seiner Gemeinde sprechen.

Bei der Konservierung der Kanzel fand man unter vielen Farbschichten auch alte Bilder. Auf diese Farben ist die ganze Kirche abgestimmt.

Die vierte Orgel unserer Kirche ist vom Jahre 1993 aus der Orgelbauerei Martti Porthans. Sie ist eine vollmechanische, 40-stimmige Orgel im Stile des norddeutschen

Barocks von 1660. Sie hat etwa 3000 Pfeifen, die kleinsten 10 mm und die grössten etwa 5 m lang.

Der im Jahre 1785 erbaute Glockenturm ist eine Arbeit von Martti Tolpo, einem beruehmten Kirchenbaumeister. Der vorherige hölzerne Glockenturm wurde ungefähr Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet. Die Kirchenglocken stammen aus den Jahren 1687 und 1767.

Die ältesten Textilien sind aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zum grössten Teil handelt es sich hier um Schenkungen.

Die Kirchengemeinde von Janakkala hat fast 13 000 Mitglieder. Ausser dieser Kirche stehen ihnen die Gotteshäuser in Tervakoski und Turenki.

Während der Jahrhunderte haben sich die Menschen hier in der Kirche des Heiligen Laurentius versammelt, um Gottes Wort zu hören. Immer noch, jeden Sonntag um zehn Uhr findet der Gottesdienst hier statt, in dem wir auch Sie, die Reisenden herzlich willkommen heissen.

Näheres über die vielen Ereignisse und Veranstaltungen in unserer Gemeinde können Sie im Pfarramt erfahren. Sie finden es im selben Gebäude wie das Gemeindezentrum von Turenki.

Lasst uns noch gemeinsam beten. Mit diesem Gebet wünscht die Gemeinde von Janakkala Ihnen Segen für Ihr Leben und eine sichere Reise.

Der Segen des Herrn.

Der Herr segne

Dich und behüte Dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten

und sei Dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht

und gebe Dir seinen Frieden.

Im Namen Gottes des Vaters

und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

 

Pekka Riikonen